Frau Hilger ist überzeugt: „Humor ist lernbar“. So könne man versuchen, seine grundsätzliche Einstellung dem Leben gegenüber so zu entwickeln, dass man den Problemen gelassener gegenüberstehe. „Humor ist gerade dann wichtig, wenn einem das Leben Hindernisse in den Weg stellt“ ,meinte sie. Er könne als Ventil dienen und zu einem neuen Blick auf die Dinge verhelfen.
Für kranke Menschen könne Humor eine therapeutische Wirkung haben, denn die eigenen, vitalen Kräfte würden geweckt. „Wenn Sie es fertig bringen, bei einem Kranken so etwas zu mobilisieren, sind Sie genauso wichtig wie die Ärzte“, ermunterte die Referentin die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Gerade im Krankenhaus, wo die Patienten viel Bedrängendes und Schmerz erlebten, könne der Humor helfen. „Trauer und Freude sind zwei Seiten einer Medaille“, so Hilger. Natürlich könne man nicht mit einem Witz daherkommen, wenn jemand weine. „Aber Sie können wachsam dafür sein, wann eine lustige und humorvolle Bemerkung angebracht ist.“ Wichtig seien ein Gespür für die Situation und ein Blick für das Komische, das auch im Klinikalltag zu finden sei.
Dass der Humor im Krankenhaus heilende Wirkung haben könne, würde in immer mehr Einrichtungen entdeckt, berichtete Frau Hilger: So gebe es mittlerweile an vielen Orten als Clowns verkleidete Mediziner und Pflegekräfte. „Das Lachen sollte im Medizinköfferchen jedes Arztes sein“, so die Referentin. Wie wichtig ein „lächelndes Ja zur Umwelt“ sei, brauche man den Rheinländern aber nicht zu erzählen, meinte Marianne Hilger: „Der Kölner weiß das alles auch ohne die Psychologie.“
Peter Willenborg